Barrieren abbauen

In der Schweiz trat am 1.1.2004 das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) im Zusammenhang mit der Behindertengleichstellungverordnung (BehiV) in Kraft. Das bedeutet, dass sämtliche Internet-Auftritte von Behörden barrierefrei, bzw. zugänglich für alle Behinderten sein müssen. Ab wann diese Regelung auch für kommerzielle und private Websites gilt, ist noch nicht abzusehen, doch wird diese Verordnung wohl als Richtschnur dienen.

Nicht nur für Menschen mit Behinderungen und körperlichen Einschränkungen ist jede aufgehobene Barriere eine grosse Hilfe. Barrierefreie Internet-Auftritte nützen allen Surfern mit jeder beliebigen technischen Ausstattung. Und nicht zuletzt werden solche Websites von den Suchmaschinen besser gewertet, was Ihnen mehr Besucher bringt.

Wie aber können Barrieren abgebaut werden? Um Barrieren abzubauen hilft es, zu wissen

Wie Barrieren entstehen können

Ihre Besucher können z.B. folgende Schwierigkeiten haben:

  • Farbenblindheit
  • Sehbehinderung
  • Blindheit
  • Motorische Behinderungen
  • Leseschwäche
  • Computer-Anfänger

Auch die technische Ausstattung und Browsereinstellungen bei Ihren Besuchern können Probleme beim Betrachten einer Website machen, z.B.:

  • langsame Internetverbindung
  • JavaScript deaktiviert
  • kleiner Monitor mit geringer Auflösung oder Zugriff auf die Website mit dem Handy
  • älterer Browser
  • Darstellung von Bildern deaktiviert

So entfernen Sie Barrieren

  • Halten Sie sich beim Erstellen von Websites an die Richtlinien des W3C (World Wide Web Consortium) - englisch und der WAI (Web Accessibility Initiative) - englisch.
  • Sorgen Sie für eine klare und einheitliche Struktur Ihres Internet-Auftritts. Ihre Besucher finden sich so besser und schneller zurecht.
  • Sorgen Sie dafür, dass auf Ihrer Website sowohl per Maus, per Tastatur als auch mittels Sprachausgabe navigiert werden kann. Motorisch behinderte, sehbehinderte und blinde Besucher profitieren davon.
  • Verwenden Sie für Links Texte, die auch noch Sinn machen, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen werden.
    - schlecht: hier klicken
    + gut: weitere Informationen zu barrierefreiem Webdesign
  • Heben Sie Links nicht alleine durch Farbe hervor, sondern unterstreichen Sie diese immer. Insbesondere farbenblinde Besucher werden das schätzen.
  • Verwenden Sie keine festen Schriftgrössen, die Ihre Besucher nicht verändern können. Besucher mit Sehschwäche können sonst die Schrift nicht grösser machen, um die Inhalte Ihrer Website problemlos zu lesen.
  • Sorgen Sie für genügend Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe. Das hilft Farbenblinden und Menschen mit Sehschwäche.
  • Verwenden Sie keine Tabellen für das Layout, wenn diese in linearisierter Form keinen Sinn ergeben. Reine Textbrowser stellen keine Tabellen dar sondern lesen diese Zeile für Zeile aus. Dasselbe gilt für Screenreader (Software, die den Bildschirminhalt ausliest und mittels Sprachausgabe ausgibt) und Braille-Lesegeräte. Beides wird oft von Blinden und Menschen mit Sehschwäche benutzt.
  • Verwenden Sie für Inhalte, die tabellarisch dargestellt werden müssen Tabellenüberschriften, Zusammenfassung der Tabelle sowie Zeilen- und Spaltenüberschriften. Das ist vor allem nützlich für Besucher mit Screenreadern und Braille-Lesegeräten.
  • Wenn Sie Frames verwenden, geben Sie jedem Frame einen kurzen, verständlichen Namen (name-Attribut) und einen brauchbaren Titel (title-Attribut). Verwenden Sie nicht mehr als 6 Frames. Vermeiden Sie leere Frames und Frame-Verschachtelungen.
  • Bieten Sie für jedes Nicht-Text-Element als Alternative eine Textform an. Dies gilt besonders für Bilder, die eine Aussage oder Inhalt haben, Multimedia-Elemente und Diagramme.
  • Text und Grafik sollten auch verständlich sein, wenn sie ohne Farbe betrachtet werden. Vor allem farbenblinde Besucher sind darauf angewiesen.
  • Vermeiden Sie «rot/grün-Design». Viele Farbenblinde haben Probleme damit.